Donnerstag, 7. November 2013

[Rezension] Liv Abigail – Schlüsselherz (Einzelband)

Verlag: Sieben Verlag
Erschienen: September 2013
Genre:  Steampunk (New Adult)
Seitenzahl: 241 Seiten

(Quelle Cover und Klappentext: Sieben Verlag)

Hinweis:
Von der geringen Seitenanzahl bei der Printversion sollte man sich auf keinen Fall abschrecken lassen, denn der Roman ist beim Sieben Verlag im Tradepaperback-Format erschienen. Das bedeutet, dass das Buch ein wesentlich größeres Format hat als "normale" Taschenbücher. Hinzukommt eine kleinere Schriftart, so dass zu Vergleichszwecken meiner Meinung nach die Seitenzahl verdoppelt werden kann. Wer eine kostengünstigere Alternative bevorzugt, sollte zum eBook greifen.

Klappentext:
Eine zauberhafte Liebesgeschichte, ein Kriminalfall und ein charmanter Zyniker.
London, die Hauptstadt der Neuen Zeit: Nach dem Jahrzehnte andauernden Krieg gegen ein alles verzehrendes Europa erhebt sich die Stadt wie ein erschöpfter Phoenix aus ihrer Asche und reckt sich neuem Leben entgegen.
Als Ceras beste Freundin entführt wird, ist der Buchhändler und verhinderte Abenteurer Valender Beazeley ihre einzige Hilfe. Cera ahnt bald, dass Valender, Sohn eines Konservativisten, ein magisches Geheimnis verbirgt. Wie sonst ließe sich das Knistern im Äther erklären, das sie in seiner Nähe immer wieder überkommt? Im Zuge ihrer gemeinsamen Ermittlungen verliebt sie sich in ihn. Doch wie kann Valender ihre Gefühle erwidern, ist sie doch kein Mensch, so wie er?

Meine Meinung:
Mit „Schlüsselherz“ ist der Autorin Liv Abigail, besser bekannt als Jennifer Benkau, eine geniale Mischung aus Steampunk, Krimi und einer leichten Liebesgeschichte gelungen. Gewürzt wird das Ganze mit etwas Magie, tragischen Elementen und einem historischen Setting, obwohl die Handlung in unserer heutigen Zeit spielt. Aufgrund der recht unschuldig gehaltenen Liebegeschichte kann der Roman auch von Jugendlichen gut gelesen werden.

Die Autorin hat es ihren Charakteren nicht sehr leicht gemacht. Cera ist eine sogenannte Puppe, eine künstliche Intelligenz mit dem perfekten Äußeren einer menschlichen Frau und einer magisch hergestellten Seele. Sie ist sehr clever und kann Mimiken erzeugen, um menschlicher zu wirken. Bei der Suche nach ihrer besten Freundin Yasemine, die wie sie Balletttänzerin am Keyman Theatre ist und spurlos verschwunden ist, trifft sie auf Valender Beazeley und bittet ihn um Hilfe.

Valender hat sich zum Soldaten ausbilden lassen, musste jedoch die Armee verlassen, als diese immer mehr synthetische Soldaten verwendet hatte. Nun arbeitet er als Verkäufer im Buchladen seines Vaters und ist von ihm finanziell abhängig. Doch gibt es noch andere Streitpunkte zwischen den beiden, wie z.B. seine kleine Schwester Melissa, die seit einem Unfall geistig zurückgeblieben ist. Da ist es wie eine Befreiung für Valender, Cera bei ihren Ermittlung zu helfen. Und die Hilfe hat sie auch bitter nötig, denn nun scheint es jemand auf Cera abgesehen zu haben.

Die Idee mit den Puppen gefiel mir äußerst gut. Sie taten mir regelrecht Leid, denn sie sind nichts anderes als Sklaven, die von ihren jeweiligen Besitzern abhängig sind, da diese die individuellen Schlüssel haben, um die Puppenuhrwerke aufzuziehen. Interessant war auch die Beschreibung, wie die Seele für die Puppen hergestellt wird. Die Seele ermöglicht es Cera meiner Meinung nach auch Gefühle zu empfinden, wie z.B. Angst oder Liebe. Valender fand ich für meinen Geschmack zu schwach dargestellt. Meist scheint er es sogar zu vergessen, früher einmal ein Soldat gewesen zu sein. Und auch den Drogen ist er nicht abgeneigt, was ihn in eine verzwickte Situation bringt. Dafür ist das historische Steampunk-Setting einzigartig. Geschickt fand ich es auch, wie Liv Abigail den tragischen Tod von Lady Di und ihrem Verlobten Dodi in ihre Geschichte eingebunden hat. Wer sich gerne in eine alternative Welt unserer Zeit entführen lassen möchte, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen.

Fazit:
„Schlüsselherz“ ist eine gelungene Mischung aus Krimi und unschuldiger Liebesgeschichte mit einem einzigartigen Steampunk-Setting. Eine „Puppe“ als Protagonistin und weitere einfallsreiche Ideen heben diesen Roman aus anderen hervor. Lediglich der Held kann nicht so ganz überzeugen.

Bewertung:
4 von 5 Punkten

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