Mittwoch, 24. Juli 2013

[Rezension] Christoph Zachariae - Der Keller (Ödland 01)

Verlag: Lucid Dreams eBook Verlag
Erschienen: Oktober 2012
Genre: Dystopie (Science-Fiction)
Seitenzahl: 247 Seiten (eBook)

(Quelle Cover und Klappentext: Amazon)

Klappentext:
Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr. Sie ging vor vierzig Jahren unter. Aus Ressourcenknappheiten wurden Verteilungskämpfe, aus regionalen Konflikten Flächenbrände. Das Kartenhaus Zivilisation brach zusammen. Vom Land und von den Städten blieben nur Wüsten und Ruinen übrig: Das ÖDLAND.
Die Überlebenden rotteten sich zusammen und zogen sich in abgeschiedene Enklaven zurück, in versteckte Keller, alte Bergwerke, verbarrikadierte Dörfer und unzugängliche Stadtteile, versuchten nicht entdeckt zu werden und zu überleben.
Denn durch die verwüsteten Landstriche zogen bewaffnete Banden. Auf der Suche nach Essbarem griffen sie jeden an, der ihnen in die Quere kam und machten das Ödland zu einem Ort, den niemand freiwillig betrat.
Mega, ein neunzehnjähriges Mädchen, wächst in einer Enklave auf. In einem Heizungskeller unter einer verfallenen Universität. Die junge Frau hat einen Traum: Eines Tages will sie den Keller verlassen und die Welt erkunden, denn die muffige Enge lässt sie die Betonmauern hochgehen und das ewige Stillsein und Verstecken entspricht überhaupt nicht ihrem Wesen.
Erzählt wird Megas Reise durch das ÖDLAND zu den Ursprüngen ihrer Existenz, denn Mega hat nie vergessen, dass sie nicht im Keller geboren wurde.

Meine Meinung:
"Der Keller" ist der Einstiegsband in die vierteilige Endzeit-Serie "Ödland". Der deutsche Autor Christoph Zachariae beschreibt darin eine beängstigende, fast hoffnungslose Zukunft, in der die Menschen sich zu einzelnen Gruppen zusammen gerottet haben und um Essen und andere lebensnotwendige Sachen kämpfen, teilweise sogar zu Kannibalen geworden sind. Der Erzählstil ist dabei anfänglich etwas verwirrend, jedoch merkt man bald, dass der Roman in zwei Handlungssträngen zu unterschiedlichen Zeiten geschildert wird. Zudem geht es auch schon mal recht brutal zu, so dass dieses Buch nichts für zarte Gemüter ist.

Zum einen erfährt man, wie die Protagonistin Mega in einem Keller unter einer Universität aufwächst. Doch sie ist nicht dort geboren worden, sondern wurde im Alter von ca. 6 Jahren mit einer Schussverletzung am Kopf in der Nähe des Kellers gefunden. Aufgrund der Kopfverletzung hatte sie keine Erinnerungen mehr an ihr früheres Leben. Im Keller fehlt aber das Sonnenlicht und Depressionen und Vitaminmangel sind nichts Ungewöhnliches, so dass Mega sich nur schwer damit zurechtfindet und immer wieder aneckt. Dies alles ändert sich jedoch, als Mega 19 Jahre alt wird. Die Ressourcen im Keller gehen immer mehr zu Neige und die anderen erwachsenen Bewohner sind mittlerweile zu alt, um die beschwerliche Reise durch das Ödland aufzunehmen und nach entsprechenden Ersatzteilen zu suchen. Nun lastet das Schicksal aller Kellerbewohner auf Megas Schultern, die sich auf eine lebensgefährliche Suche ins Ödland begibt.

Des Weiteren wird erzählt, dass die erwachsene Mega in einer versteckten Moorsiedlung lebt, die von einer grausamen Bande unter der Führung des bösen Hagen überfallen wird. Vor Vergewaltigungen und anderen grausame Taten schrecken Hagens Leute nicht zurück, z.B. versklaven sie die Moorbewohner und ernähren sich von den Toten.

Ich lese fast ausschließlich Liebesromane und obwohl dieser Roman keine Liebesgeschichte enthält, fand ich ihn doch sehr interessant geraten. Es wird ein erschreckendes Bild aufgezeigt, wie sich Menschen in einer hoffnungslosen Lage verhalten. Die einen üben Gewalt aus und plündern, was das Zeug hält, und die anderen werden erfinderisch und versuchen ihr Überleben auf andere Weise zu garantieren. Nachdem ich mich in den Erzählstil eingefunden hatte, wollte ich natürlich wissen, wie es in den unterschiedlichen Zeitsträngen weitergeht. Beide enden mit einem Cliffhänger und es gibt auch noch einige offene Punkte, z.B. wo Mega geboren wurde und wie es zu dieser erschreckenden Zukunft gekommen ist. Da muss man sich wohl auf die anderen Teile vertrösten lassen.

Fazit:
"Der Keller" ist eine interessante und erschreckende Dystopie, die in zwei Zeitsträngen erzählt wird, was für Abwechslung und Spannung sorgt. Bei den offenen Enden fragt man sich, ob es Mega schaffen wird, in dieser gewalttätigen und hoffnungslosen Welt zu überleben, in der Kannibalismus kein Einzelfall ist.

Bewertung:
4 von 5 Punkten

Infos zur Serie:
1. Der Keller
2. Das Versteck im Moor (erscheint Ende 2013)

Buchzitat:
Hinter der Tür musste sich ein leerer Raum befinden. Das Geräusch hallte an einer entfernten Wand wider. Ein Lagerraum? Er neigte sich zum Schloss hinunter und entdeckte die Spuren zahlreicher Öffnungsversuche. Mit Brechstangen, Wagenhebern und schwerem Gerät waren die Plünderer vorgegangen. Niemandem war es gelungen, die Tür zu öffnen. Was mochte sich dahinter befinden? Eigentlich konnte es nur ein Büro sein. Was konnte man in einem Büro verstecken? Einen Rechner, der nicht mehr funktionierte, Steuerunterlagen, Geld? Was sollte er damit anfangen? Das Geld hatte nicht den Wert des Papiers, auf dem es gedruckt war. Was machte er hier? Was hoffte er, zu finden? Hier gab es nichts, ermahnte er sich. Weder hier noch sonst irgendwo. Die Welt war ausgeplündert. Nahrungsmittel zu finden, die noch essbar waren, war unwahrscheinlich. Ein Sechser im Endzeit-Lotto.
(Seite 14)

Vielen Dank an Christoph Zachariae für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Kommentare:

Nazurka hat gesagt…

Interessante Rezension. Schade, dass es den Roman nicht auch als "echtes" Buch gibt, ich lese nämlich keine Ebooks, wenn es nicht sein muss...

LG
Nazurka

buchverliebt hat gesagt…

Hey Bianca,

zu deiner Frage der Juli-Aktion zur Lyx Challenge: Es geht tatsächlich darum einen Romantic-Thrill ODER Fantasy Roman des Verlags zu lesen und mit Einreichen des Rezensionslinks 1ExtraLos zu ergattern. Aber ACHTUNG: Egal wie viele Links zu per Formular einreichst, es gibt insgesamt pro Person nur EIN Zusatzlos.

Da es jeden Monat eine andere Aktion geben wird ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass auch andere Genre zum Zug kommen werden.

Da Lyx Urban Fantasy und High Fantasy unter dem Begriff "Fantasy" zusammengelegt hat (siehe Homepage) bleibt auf jeden Fall eine große Auswahl bestehen. :)

Ich hoffe ich konnte deine Frage ausreichend beantworten.

Liebe Grüße
Sarah

buchverliebt hat gesagt…

Ach, und zu der Rezension: Das was Nazurka sagt. :D Ich lese ja ungern und wenn, dann eher selbteb ebooks auf meiner Kindle App. Da bleibe ich lieber ab und an bei einem der Kostenlosen Kurzgeschichten die ich als ebook ergattert habe (eine von den vielen, vielen, vielen ebooks).

BUCHimPULSe hat gesagt…

Zum eBook:
Ich lese mittlerweile lieber eBooks, weil ich einfach mehr lese als bei gedruckten Büchern, außerdem ist der Reader nicht so schwer in der Hand wie ein Buch. Natürlich werde ich meine bereits vorhandenen Serien mit gedruckten Büchern fortführen, aber bei einigen Verlagen wie z.B. Sieben Verlag oder bookshouse bin ich auf eBooks umgestiegen, da sie zudem deutlich günstiger sind.

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