Sonntag, 10. Februar 2013

[Rezension] J.R. Ward – Liebesmond (Black Dagger 19)

Originaltitel:  Lover Reborn (Part 1)
Verlag:  Heyne
Erschienen:  Dezember 2012
Genre:  Romantic Fantasy
Seitenzahl:  405 Seiten (inkl. Leseprobe)

(Quelle Cover und Klappentext: Heyne)

Klappentext:
Seit seine große Liebe Wellsie ermordet wurde, ist der mächtige Vampirkrieger Tohrment nur noch ein Schatten seiner selbst: Er kann nicht mehr schlafen, er kann nicht mehr essen, und er wird von Albträumen gequält. Nur im Kampf gegen seine Gegner verausgabt er sich völlig, in der Hoffnung, so den Tod zu finden, um endlich wieder mit Wellsie vereint zu werden. Doch dadurch bringt er nicht nur sich selbst, sondern die gesamte Bruderschaft der BLACK DAGGER in allerhöchste Gefahr – und ausgerechnet jetzt taucht ein neuer, mysteriöser Feind auf, der die Bruderschaft endgültig auslöschen will. Als Tohr der schönen Vampirin No’One wiederbegegnet, schöpft er neue Hoffnung und findet auch langsam zu alter Stärke zurück. Sein neues Glück mit No’One könnte perfekt sein, doch Tohr kann Wellsie nicht vergessen …

Meine Meinung:
Nach der deutschen Reihenfolge ist "Liebesmond" bereits der 19. Teil der Black-Dagger-Serie, denn der Heyne Verlag teilt die Originaltitel jeweils in zwei Bücher auf. Die Liebesgeschichte in diesem Roman wird mit "Schattentraum", Teil 20, fortgeführt. Aufgrund diverser Handlungsbögen, die mehrere Bände übergreifen, ist es unbedingt ratsam, auch die anderen Bücher dieser Serie gelesen zu haben. Der Schreibstil ist wieder sehr ironisch und fesselnd und - wie gewohnt - geht es äußerst actionreich, brutal und blutig zu. Wer hier eine romantische Liebesgeschichte erwartet, ist fehl am Platze.

Vor einiger Zeit wurde Wellsie, die schwangere Frau des Vampirs Tohrment, von den feindlichen Lessern getötet. Daraufhin verschwand Tohr für einige Monate spurlos, bis er völlig abgemagert und am Ende seiner Kräfte von dem Engel Lassiter zur Bruderschaft zurückgebracht wurde. Aber bis heute kann er Wellsie nicht vergessen bzw. loslassen und geht in seinen Kämpfen gegen die Lesser äußerst brutal seinen Rachegedanken nach. Allerdings trinkt er kein Blut von einer anderen Vampirin und wird immer schwächer.

No'One wurde als junge Vampirin von einem Symphathen aus ihrem Elternhaus entführt, gequält, vergewaltigt und geschwängert. Sie wurde damals u.a. von Tohr gerettet, brachte sich jedoch nach der Geburt ihres Kindes um. Nun ist sie von der anderen Seite zurückgekehrt und möchte ein Verhältnis zu ihrer Tochter aufbauen. Eine Beziehung zu einem Vampir kommt für sie nicht in Frage, denn noch immer hat sie große Angst vor Männern. Sie möchte Tohr für seine damalige Hilfe etwas zurückgeben und bietet an, ihn zu nähren. Und ihn fürchten braucht sie auch nicht, denn für ihn gibt es nur sein tote Frau. Doch schon bald sprühen leidenschaftliche Funken zwischen ihnen.

Aber auch bei John und Xhex, die sich frisch verbunden haben, ist nicht alles eitler Sonnenschein. Denn Xhex möchte für die Bruderschaft kämpfen, womit John aber gar nicht klar kommt und Angst hat, sie zu verlieren wie Tohr Wellsie. Spannend dagegen ist der Handlungsbogen um die Vampirgruppe von Xcor, der gegen Wrath intrigiert und selber König werden möchte.

Anfangs geht No'One für meinen Geschmack viel zu sehr in ihrer mehrere Jahrhunderte zurückliegenden Tragödie auf und bestraft sich selbst mit Dienstbotentätigkeiten. Dies legte sich jedoch nach und nach. Mit Tohr habe ich aber von Anfang an mitgefühlt, denn als Fan der Serie kannte ich Wellsie aus den ersten Büchern und war - sozusagen hautnah - bei ihrer Ermordung dabei. Umso ergreifender ist für mich nun Tohrs Trauer. Fasziniert bin ich auch von Xcor, der einerseits sehr kalt und unbarmherzig sein kann, andererseits aber auch rücksichtsvoll und reumütig. Zudem hat er ein entstelltes Gesicht und wünscht sich insgeheim besser auszusehen.

Fazit:
Wie schon in den vorherigen Bänden nimmt die Liebesgeschichte wieder verhältnismäßig wenig Raum ein. Aufgrund des fesselnden Schreibstils, der diversen Handlungsstränge und der tiefgreifenden Probleme der verschiedenen Charaktere fällt dies jedoch nicht weiter ins Gewicht. Im Gegenteil: es war mal wieder ein richtiges Erlebnis, in die Welt der Black Dagger abzutauchen, und freue mich nun auf "Schattentraum".

Bewertung:
5 von 5 Punkten

Infos zur Serie:

Buchzitate:
Und so machte er sich auf zum Trainingszentrum, bekleidet mit nichts als einer Badehose. Da er gehört hatte, dass ein Kater zumeist die Folge von Dehydration war, hatte er beschlossen, nicht nur ins Wasser zu tauchen … sondern gleich noch eine flüssige Erfrischung mitzunehmen. Wenn das nicht gesund war!
Was hatte er also eingepackt? Ah, gut, Wodka – den trank er gerne pur, und außerdem sah er aus wie Wasser.
Er blieb kurz stehen und nahm einen Schluck …
(Seite 132)

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