Samstag, 19. Januar 2013

[Rezension] Lara Wegner – Kuss der Sünde (Einzelband)

Verlag:  Sieben Verlag
Erschienen:  Januar 2013
Genre:  Romantic Fantasy (historisch)
Seitenzahl:  328 Seiten (eBook)

(Quelle Cover und Klappentext: Sieben Verlag)

Hinweis:
Von der geringen Seitenanzahl bei der Printversion sollte man sich auf keinen Fall abschrecken lassen, denn der Roman ist beim Sieben Verlag im Tradepaperback-Format erschienen. Das bedeutet, dass das Buch ein wesentlich größeres Format hat als "normale" Taschenbücher. Hinzukommt eine kleinere Schriftart, so dass zu Vergleichszwecken meiner Meinung nach die Seitenzahl verdoppelt werden kann. Wer eine kostengünstigere Alternative bevorzugt, sollte zum eBook greifen.
Des Weiteren verweise ich auf den folgenden Link: Bedeuten weniger Seiten bei einem Buch auch weniger Inhalt?

Klappentext:
Sie war und blieb eine Diebin. Niemand würde dafür eine Unze mehr Verständnis aufbringen, wenn sie es auf eine Gabe schob und von Feen im geheimnisvollen Wald von Brocéliande zu sprechen begann.
Viviane Pompinelle hadert seit sie denken kann mit ihrem Hang zum Diebstahl, zumal ihre Familie bei Hof hoch angesehen ist. Als sich daher eine skandalöse Affäre um ein gestohlenes Halsband anbahnt, sieht sie endlich eine Chance, ihr fragwürdiges Talent zum Nutzen der Königin einzubringen. Leider kommt ihr der Fälscher und Lebemann Olivier Favre in die Quere. Ein Mann, dem sie ebenso wenig widerstehen kann wie er ihr. Doch ein Gespinst aus Lügen und Verrat lässt Viviane an seiner Liebe zweifeln. Es scheint, als habe Olivier sie nur benutzt, um sich an ihrer Familie zu rächen.

Meine Meinung:
In dem Einzelband "Kuss der Sünde" wird die sogenannte Halsbandaffäre, ein tatsächlicher Betrugsskandal am französischen Hof in den Jahren 1785 und 1786, mit den Elementen der Romantischen Fantasy verwebt. Die Liebesgeschichte wird mit allerlei Intrigen, reichlich sinnlichen Passagen und interessanten Charakteren, die es fast alle mit der Moral und der Ehrlichkeit nicht so genau nehmen, abgerundet. Wie man es von der Autorin Lara Wegner kennt, ist der Schreibstil dem historischen Setting angepasst. Der Roman lässt sich aber flüssig lesen und die Seiten fliegen nur so dahin.

Olivier Favre arbeitet unter dem Name Olivier Brionne äußerst erfolgreich als Fälscher und setzt auch gerne Sex dazu ein, sein Ziel zu erreichen. Von der dubiosen Madame de La Motte wird er mit einem großen Betrug beauftragt: er soll gefälschte Briefe der Königin Marie Antoinette an den Kardinal Rohan verfassen. Dieser fiel bei Marie Antoinette in Ungnade und soll nun angeblich mit finanziellen Zuwendungen wieder das Wohlwollen der Königin erlangen. Der Höhepunkt ist der Kauf eines sehr wertvollen Colliers, den Rohan angeblich für die Königin tätigen wird. Die Bezahlung der Juweliere soll jedoch nicht erfolgen.

Viviane Pompinelle stammt aus einer adeligen Familie, doch sehr oft hat sie unbewusst z.B. silberne Löffel gestohlen und dies erst im Nachhinein festgestellt. Als ihre Mutter ihr sagt, dass dieser Hang zu Diebstählen daher rührt, dass sie von Feen abstammt, glaubt sie ihr zunächst nicht. Obwohl ihre Neigung zu einem Skandal führen könnte, wird sie von ihren Eltern in eine ungeliebte Verlobung mit dem Chevalier de Casserolle gedrängt.

Dann jedoch wird die Halsbandaffäre öffentlich bekannt und Viviane sieht ihre Chance, ihr Talent auch mal für etwas Gutes einzusetzen, denn Kardinal Rohan hat einige der gefälschten Briefe verwahrt, die die Königin in Misskredit bringen könnten. Beim Einbruch in Rohans Haus trifft sie auf Olivier, der ebenfalls hinter den Briefen her ist, damit diese nicht auf ihn zurückgeführt werden können. Er nimmt Viviane zunächst als Gefangene mit. Doch die beiden sind sich schon mal begegnet, was keiner von ihnen vergessen konnte. Sie beginnen eine leidenschaftliche Beziehung, aus der schon bald Liebe wird. Aber Intrigen, Missverständnisse und Oliviers Rachegedanken, denn er macht Vivianes Eltern für den Tod seines Vaters verantwortlich, trennen das junge Paar wieder und zerstören die Hoffnung auf ein gemeinsames Glück.

Fazit:
Für mich ist "Kuss der Sünde" ein einzigartiger Roman, der von Intrigen, Verrat und der lockeren Moral der Charaktere lebt. Auch die Vermischung von Historical und Romantic Fantasy gefiel mir gut. Zwar nahm die Liebesgeschichte nicht so viel Raum wie üblich ein und kam auch erst nach der Hälfte des Romans zum Tragen, jedoch war der Betrug, den Madame de La Motte mit Hilfe des Protagonisten Olivier ausgeheckt hat, ziemlich spannend und interessant gestaltet. Zusätzlich hat Lara Wegner ihrem vielschichtigen Heldenpaar kaum etwas erspart. Von mir bekommt dieses Buch, das mit einem wunderschönen Cover versehen ist, eine absolute Leseempfehlung.

Bewertung:
5 von 5 Punkten


Vielen Dank an den Sieben Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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