Dienstag, 8. Januar 2013

[Rezension] Daniela Winterfeld - Der geheime Name (Einzelband)

Verlag:  Knaur Taschenbuch
Erschienen:  Januar 2013
Genre:  Romantic Fantasy
Seitenzahl:  525 Seiten

(Quelle Cover und Klappentext: Knaur Taschenbuch)

Hinweis:
In der Zeit vom 27.12.2012 bis 06.01.2013 fand zu diesem Buch eine Blogtour statt, bei der es viele Extras zu entdecken gibt. Hier geht es zum Tourplan!

Klappentext:
Rumpelstilzchen wollte das Kind der Königin. Er bekam es nicht. Jahrhunderte später schließt ein anderes Wesen seiner Art einen neuen Pakt – und wird ebenfalls betrogen. Seitdem sucht es unablässig nach dem Kind …
Seit sie denken kann, ist Fina mit ihrer Mutter auf der Flucht. Doch jetzt, mit 19, will sie endlich ein richtiges Zuhause finden und zieht zu ihrer Großmutter, die am Rand eines düsteren Moores lebt. Das Moor fasziniert Fina vom ersten Moment an – genau wie der geheimnisvolle Junge, der dort lebt. Weder Fina noch der Junge ahnen, dass sie beide nur Figuren in einem Spiel sind, das dem betrogenen Wesen endlich seinen Lohn bringen soll …

Meine Meinung:
Die deutsche Autorin Daniela Winterfeld, die auch unter dem Namen Daniela Ohms Jugendbücher verfasst, hat mit dem Einzelband "Der geheime Name" eine äußerst gut gelungene Märchen-Adaption von "Rumpelstilzchen" geschaffen. Der Roman wird dabei überwiegend aus Sicht der 19-jährigen Fina erzählt, deren Mutter vor ihrer Geburt den unseligen Pakt mit dem Geheimen, wie sich das kleine Männchen hier selbst bezeichnet, einging.

Der bildhafte, mitunter auch märchenhafte, Schreibstil wird mit schönen Landschaftsbeschreibungen der Provence und des Grundlosen Moores in der Lüneburger Heide untermalt. Während man anfänglich das Gefühl hat, einen Jugendroman zu lesen, entwickelt sich die unterschwellige Erotik jedoch bald zu mehr. Abgerundet wird das Buch durch einige schauerliche Passagen, die in einem spannenden Finale gipfeln.

Zeit ihres Lebens sind Josefina und ihre Mutter angeblich auf der Flucht vor dem Vater, der sie scheinbar alle paar Monate wieder ausfindig macht. Doch Fina ist mittlerweile erwachsen und sie ist es leid zu fliehen. Sie möchte sich ihr eigenes Leben mit einem Studium der Fotografie aufbauen. Dann erfährt sie allerdings, dass ihre Mutter sie all die Jahre belogen hat. Klammheimlich verschwindet sie aus der Provence und fährt in die Lüneburger Heide zu ihrer Oma, die sie nur einmal in ihrem Leben als kleines Mädchen gesehen hat, fühlt sich dort aber sofort heimisch. Bei ihren Streifzügen durch das Moor begegnet sie Mora, einem geheimnisvollen, jungen Mann, der eine altertümliche Sprache verwendet, in der dritten Person spricht und sich selbst "es" nennt. Fina beschließt ihm zu helfen und folgt ihm durch ein mit Salz gestreutes Tor in seine Welt.

Mora hatte es bisher nicht leicht im Leben. Der Geheime, bei dem er ohne Kontakt zu anderen Menschen aufwuchs, hatte ihn wie einen Sklaven behandelt und des Öfteren auch mit Peitschenhieben bestraft. Mitgefühl, Zuneigung und Zärtlichkeit hat er dabei fast nie erfahren. Da ist es auch kein Wunder, dass Mora dem Geheimen gegenüber ein sehr unterwürfiges Verhalten an den Tag legt und ihn auch immer mit "Herr" anredet. Als Mora auf Fina trifft, hält er sie zunächst auch für eine "Herrin". Mit viel Geduld schafft Fina es, ihn davon zu überzeugen, dass sie gleichwertig sind. Ihre Hilfe und ihre Erzählungen über eine für ihn unbekannte und fremde Welt lassen ihn jedoch aufblühen und Selbstbewusstsein erlangen.

Allerdings hat der Geheime, der sehr unheimlich und abstoßend beschrieben wurde, seine eigenen Pläne mit Fina und so gerät das junge Paar alsbald in seine grausamen Hände. Während Mora zunächst in alte Verhaltensstrukturen fällt, muss Fina auf sich alleine gestellt einen Weg finden, um sie beide zu retten.

Fazit:
Diese Rumpelstilzchen-Adaption gefiel mir äußerst gut. Als Leser ist es einfach nur wunderschön zu beobachten, wie Mora eine regelrechte Wandlung durchmacht. Auch Fina ist eine liebenswürdige Protagonistin, die es mit ihrer inneren Stärke schafft, eine schlimme Zeit zu meistern. Die Liebesgeschichte fand ich sehr romantisch und gefühlvoll beschrieben. Zum Ende hin wurde es dann so spannend, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen.

Bewertung:
5 von 5 Punkten

Buchzitat:
Sie kochte Nudeln mit Tomantensoße, servierte es feierlich auf Goldtellern und setzte sich gemeinsam mit Mora auf die Schaffelle.
Er reagierte skeptisch auf die roten, glitschigen Nudeln, hielt sich den Teller vor die Nase und zuckte zurück wie ein Welpe, der zum ersten Mal Dosenfutter fressen sollte.
[...] Er sah fast noch süßer aus, als er die Nudeln endlich probierte: wie er vorsichtig mit der Zunge dagegen stieß, bevor er sie in den Mund warf und hastig herunterschluckte. Schließlich lachte er lauter, überrascht und erleichtert, und erklärte ihr, dass ihre blutenden Nacktschnecken gar nicht so eklig wären.
(Seite 236)


Vielen Dank an Knaur Taschenbuch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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